Parfumtest: Roads "Supernova"

"Supernova" von Roads. Foto: Marie Schaefer

„Supernova“ von Roads. Foto: Marie Schaefer

Lange haben wir nichts mehr von Marie gehört, die sich bevorzugt feinen Parfums von noch feineren Nischnemarken widmet. Nun gibt es aber Neuigkeiten. Diesmal testete Marie das Parfum „Supernova“ der Marke Roads. Ein aufregendes Dufterlebnis …

von Marie Schaefer

Schon einmal habe ich über ein Parfum der Lifestyle- und Nischenmarke ROADS von Danielle Ryan geschrieben. Die irische Geschäftsfrau und Schauspielerin ist die Enkelin des Ryanair Gründers. Im Frühjahr 2014 brachte sie gleich zehn Düfte auf einen Schlag auf den Markt.

Zehn Düfte, die sehr verschieden waren und von denen mich die meisten gefreut haben, selbst wenn sie nicht mein Geschmack waren. Die Düfte von ROADS lassen schnell eine Welt aufleben. Es schießen einem Musikstücke, Literatur und Filmszenen durch den Kopf. Ob das gewollt ist, sei hingestellt. Sicher passt es aber zum Umfeld der Marke: hier wird auf der Internetpräsenz unter der Rubrik „What We Like“ vorgestellt, was nach Auffassung von Danielle Ryan an Kultur einer Beachtung lohnt. Die Marke Roads will mehr als den Geruchssinn ansprechen und nicht den üblichen Werbeweg: Parfum = Luxus gehen. Sie setzt bei der Rezeption der Düfte jemanden voraus, der sich bricolage-artig im Netz moderner Selbstinszenierungen orientieren kann und sich dort auch bedient. Klar ist, das die Düfte auch funktionieren, nur eben schlechter, wenn man das nicht tut.

Den Duft „Supernova“ mochte ich gleich sehr gern, aber leider hat er für mich nicht in den Frühling gepasst, auch nicht in den Sommer, obwohl er doch spritzig riecht. Mir ist im Winter nach den Ingredienzien: Ingwer, Kardamom, Wachholderbeere, Zedernholz, Pettigrain (das wird hauptsächlich aus Bitterorangenöl hergestellt) und Cognac. Eichenmoos, Amber und Limettenblatt und Bergamotte sind auch im Parfum enthalten.

Das Dufterlebnis ist echt aufregend. Und er passt, wie auch bei den anderen ROADS-Düften wie die Faust aufs Auge. Immer kraftvoll. „Supernova“ olfaktorisch wirklich literarisch zu nehmen.

Der Geruch des Parfums macht eine schöne Wandlung durch: erst strahlend, erfrischend und funkelnd (wie ein heißes, köstliches Thai-Curry duftend), schließlich nach würziger, frischer Wäsche riechend, zum Schluss glühend nach Holz und Erde. Und schnell ist es vorbei: Der Duft verfliegt. Das Schöne: man kann es wiederholen. Noch schöner: der Duft ist nie aufdringlich, nie getragen. Nichts opernhaftes lastet dem Duft an. „Supernova“ ist ein Duft in Spielfilmlänge für einen schönen Freitag Abend.

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