Aspria: Die feinste Mucki-Bude von Berlin

Terrasse Aspria Berlin

Die schöne Terrasse im Aspria Berlin.
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Ein Fitnessclub, der keiner sein will. Das Aspria in Berlin. Wir waren exklusiv zu Besuch in dem Sport-Etablissement, der weitaus mehr bietet, als Hanteln und Drückbank und dennoch den Fokus auf Bewegung und Sport legt.

Dass das Aspria ein durchaus exklusiver Club ist, merkt man bereits beim Betreten der Lobby. Ledernes Mobiliar, ein gigantisches Ölgemälde an der Wand, ein großer Aufgang zur Rezeption. Da läuft eine deutsche Fernsehmoderatorin entspannt in Jogginghose durch das Drehkreuz, in einer Sitzecke wartet eine Schauspielerin auf ihre Freundin. Die Bessergestellten von Westberlin verausgaben sich offenbar im Aspria in der Karlsruher Straße. Kaum verwunderlich, die monatlichen Beiträge sind hier drei Mal so hoch als in einem anderen Fitnesstudio. Selbstverliebte Bodybuilder und sport-fanatische Barbie-Puppen in zu engen Outfits findet man hier nicht. Die Klientel im Aspria besteht eher aus Anwältinnen und Geschäftsmänner und ja – dem ein oder anderen Promi. So kann man, während man seine Muskel stählt, gegebenenfalls ganz nebenbei lukrative Kontakte knüpfen.

Ein Club für Kultur, Business, Sport und Well-Being

Aspria Berlin Lobby Außenfassade

Schick und modern: Außenfassade und Lobby im Apsria Berlin.
Copyright: Aspria

Das Aspria, mittlerweile in ganz Deutschland und Europa vertreten, versteht sich als ein „Club für Kultur, Business, Sport und Well-Being“. Freilich liegt der Fokus vornehmlich auf Sport. Da sieht die Schwimmhalle genauso unspektakulär wie jede andere Sportschwimmhalle aus, da sind die Fitnessräume zwar top-modern ausgestattet und nicht muffig, dennoch muten sie eben wie Fitnessräume mit Geräten an. Das Treppenhaus des Aspria ist – ganz im Gegensatz zu der Lobby – etwas lieblos, das sportliche Angebot umfasst wie in jedem guten Sportclub Pilates, Yoga, Personal Training und vieles mehr (wobei die Auswahl mit 190 Kursen deutlich größer ist). Wo liegt dann der Unterschied des Aspria zu einem anderen Fitnessclub – abgesehen von der Klientel –  und was rechtfertigt den stolzen Preis von rund 150 Euro im Monat?

Der Wellness-Bereich im Aspria Berlin

Allen voran: Das im Preis mit inbegriffene Wellness-Angebot. Sauna und Dampfbad, statt der obligatorischen Dusche, stehen den Gästen zur freien Verfügung. Besonders schön jetzt zum Frühling: Die Dachterrasse des Aspria. Eine kleine Oase der Ruhe, inmitten der City West. Sehr schick und ein Alleinstellungsmerkmal. Etwas schade: Aufgrund der Sichtschutzverkleidung genießt man hier keinen Ausblick. Andererseits: Wirklich viel zu sehen gibt es von der Karlsruher Straße aus ohnehin nicht.

Das Spa im Aspria und wie ich innerhalb von einer Stunde tiefenentspannt war

Was mich beeindruckt hat, ist das Spa im Aspria. Hier werden den Mitgliedern (selbstverständlich gegen einen Aufpreis) umfangreiche Kosmetik- und Beauty-Behandlungen angeboten. Angetan war ich von den Damen, die dafür zuständig sind, die Aspria-Members zu verwöhnen. Ich hatte ein Facial Treatment mit Angelina und habe mich selten so gut in den Händen einer Kosmetikerin aufgehoben gefühlt. Angelina hat nicht nur schlicht ihre Behandlung durchgeführt, sie sprach mit mir über Essverhalten und individuelle Hautprobleme, gab Tipps und teilte ihr durchaus umfangreiches Beauty-Wissen mit mir. So erzählte sie mir eine kleine Anekdote über die feine Pflegemarke St. Barth. Einst gründete eine Deutsche die Marke, die an der wohl schönsten Insel der Karibik – St. Barth – inspiriert ist. Die ersten Produkte der feinen Pflegelinie, die ausschließlich auf natürlichen Substanzen basiert, wurden – mangels möglicher Verpackungen, in Rum-Flaschen vertrieben. Und das ist noch heute so: Die größten Behältnisse erinnern in ihrer Formensprache an Rum-Flasche. Nett.

Ein wenig benommen und wahrlich „well-being“ verließ ich den Behandlungsraum des Spa’s. Eine knappe Beauty-Stunde mit Angelina und ich war tiefenentspannt. Während Mitglieder faire 65 Euro zahlen müssen Gäste, um in den Genuss des Aspria-Spa zu kommen, nur fünf Euro mehr zahlen.

Aspria Pro – ein ganzheitliches Gesundheitskonzept

Aspria Berlin Fitness

Fitness und Gesundheit steht im Aspria im Vordergrund – aber bitte stilvoll.
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Worauf man im Aspria besonders stolz ist, ist das Programm „Aspria Pro“. Recht neu eingeführt und ebenfalls im Preis mit inbegriffen, handelt es sich hierbei um einen vollständigen Gesundheits-Check, den jedes Mitglied in Anspruch nehmen kann. Nach ausführlichen und 90-minütigen Tests durch Experten, wird ein individuelle Ernährungs und Fitness-Plan erstellt, um gewünschte Ziele zu erreichen. Aspria Pro ist ein ganzheitliches Konzept, das sich nicht nur um Gewichtsreduktion dreht, sondern die Absicht hat, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitglieder zu steigern. Da geht es nicht nur um Muskelmasse und Fettverbrennung, sondern auch um Stress-Reduktion, um Schlaf und den Kreislauf. Im Aspria ist man von dem Konzept überzeugt. Und wahrlich, es klingt zumindest großartig. Der Check steht (nach Anmeldung) jedem Aspria-Member frei zur Verfügung.

Das Aspria Hotel

Aspria Berlin Hotel

Ein Hotelzimmer im Aspria Berlin.
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An das Berliner Aspria angebunden ist seit einigen Jahren ein eigenes Hotel. Die Zimmer durchaus stilvoll, aber etwas leblos und clean. Der Ausblick ist zwar weniger beeindruckend, im Hotelpreis mit inbegriffen ist allerdings der gesamte Sport und Wellness-Bereich. Und genau damit will man im Aspria eine spezielle Klientel ansprechen. Geschäftsleute, die regelmäßig zu Besuch in Berlin sind und in ihrer freien Zeit weniger Wert auf Sightseeing als auf sportliche Betätigung legen.

Dennoch: In erster Linie ist das Aspria vor allem ein Fitness-Club. Aber eben einer, mit einem exklusiven Konzept. Insgesamt vier Dependancen gibt es in Deutschland, Tendenz steigend. Wäre ich kein dogmatischer Outdoor-Sportler, ich könnte dieser feinen Berliner Mucki-Bude durchaus etwas abgewinnen